Der Bau der neuen Riedleitung

Die neue Riedleitung ist eines der wichtigsten Investitionsprojekte. Die 35 km lange Leitung ist die Hauptschlagader für die Wasserbeschaffung aus dem Hessischen Ried.

Von der Riedleitung hängt die Trinkwasserversorgung von über einer Million Menschen in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main ab. Die Leitung ist rund 55 Jahre alt. Um sie zu sanieren, braucht es eine Dopplung. Investitionen in die Infrastruktur sind vergleichbar mit einem Marathonlauf. Das gesamte Projekt ist bis zum Jahr 2030 geplant, gegliedert in vier Teilabschnitte. Die ersten vier Kilometer sind im September 2018 in Betrieb gegangen.

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Das Projekt NEUE RIEDLEITUNG

Eines der größten Trinkwasserinfrastrukturprojekte in Hessen

 

Flyer Neue Riedleitung

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Broschüre Neue Riedleitung

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Nächster Abschnitt der Neuen Riedleitung in Planung

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Film Neue Riedleitung

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Die Riedleitung ist die Lebensader der Trinkwasserversorgung der Rhein-Main-Region. Bis zu 40 Prozent des täglichen Trinkwasserbedarfs des Ballungsraums fließen durch die rund 34 Kilometer lange Leitung, die bereits 1964 in Betrieb genommen wurde. Die über 55 Jahre alte Leitung wurde aus Spannbeton errichtet. Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Havarierisiko bei diesem Werkstoff, was bedeutet, dass die Leitung im Schadensfall bricht und damit schlagartig vollständig ausfällt.

Nach den anerkannten Regeln der Technik werden Trinkwassertransportleitungen dieser Bedeutung grundsätzlich redundant ausgelegt. Das heißt, es gibt eine zweite Leitung, durch die das Trinkwasser im Falle einer Störung oder bei anstehenden Sanierungsarbeiten transportiert wird. Mit einer zweiten Leitung ist bei einem Ausfall der bestehenden Riedleitung die Trinkwasserversorgung weiterhin sichergestellt.


Die neue Leitung wird rund 40 Kilometer lang und wird in vier Bauabschnitten unterirdisch verlegt. Ein erster, vier Kilometer langer Abschnitt bei Rüsselsheim-Haßloch ist bereits seit Sommer 2018 in Betrieb. Der aktuell in der Antragstellung befindliche südliche Abschnitt verläuft vom Wasserwerk Allmendfeld bis zum Anschluss an die Bestandsleitung bei Riedstadt-Wolfskehlen und ist rund 18 km lang.


Die Trassenplanung erfolgt nach folgenden Grundsätzen:

- Schutzgebiete für Natur und Arten sowie ökologisch sensible Gebiete meiden
- Bodendenkmäler meiden
- Trinkwasserschutzgebiete der Zone II meiden
- möglichst entlang vorhandener Leitungen, Straßen, Bahngleisen etc. planen
- einen möglichst kurzen, gradlinigen Trassenverlauf wählen.

Das Gebiet des südlichen Teils der neuen Riedleitung ist landwirtschaftlich geprägt. Die Belange der Landwirtschaft wurden berücksichtigt, indem die Trasse möglichst in bestehenden Wegen verläuft und landwirtschaftlich genutzte Flächen geringstmöglich berührt oder zerschneidet. Hinweise der betroffenen Städte und Gemeinden sowie von anderen Infrastrukturbetreibern zu künftigen Planungen waren zu beachten. Neben betriebstechnischen Belangen spielen bei einem Investitionsprojekt dieser Größenordnung auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle.

 


Planungen zur Errichtung von Anlagen der Infrastruktur wie einer Trinkwassertransportleitung durchlaufen verschiedene Phasen. Ausgehend von einer Machbarkeitsprüfung, über Vorplanung und Genehmigungsplanung wird die Planung immer weiter konkretisiert bis hin zur Detailplanung für die spätere Bauausführung (Ausführungsplanung). 

Für das Vorhaben „redundante Neuverlegung der Riedleitung Süd-Teil“ wurde Mitte Februar 2021 beim Regierungspräsidium Darmstadt der Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren gestellt. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung des Vorhabens ist Bestandteil des Verfahrens. Das Planfeststellungsverfahren sieht eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung vor.


Am 20. Juni 2021 eröffnete das RP Darmstadt als verfahrensführende Behörde die öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen im Rahmen des Planstellungsverfahrens.  Die Antragsunterlagen lagen vom 21. Juni bis zum 20. Juli in den betroffenen Kommunen (Riedstadt, Griesheim, Pfungstadt und Gernsheim) öffentlich aus bzw. waren im Internet über die Webseite des Regierungspräsidiums Darmstadt zugänglich. Alle, deren Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnten sich zu den Antragsunterlagen äußern, Hinweise geben oder Einwendungen erheben. Die Antragsunterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung können Sie hier einsehen.

Die Stellungnahmen der Fachbehörden, von anderen Infrastrukturbetreibern (Verkehr, Strom, Gas, Telekommunikation), der landwirtschaftlichen Verbände und der Umweltverbände und die Einwendungen Privater wurden im Herbst 2021 an Hessenwasser zur Beantwortung und Klärung übergeben.  Hessenwasser hat die Antworten an das Regierungspräsidium übermittelt. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie findet anstelle eines Erörterungs-Termins eine Online-Konsultation statt. Im Zeitraum vom 14. März bis 04. April 2022 haben die vom Regierungspräsidium angeschriebenen Personen die Gelegenheit, Argumente zu erläutern oder auf die Antwort von Hessenwasser zu reagieren. Die Online-Konsultation ist, ebenso wie ein Erörterungstermin vor Ort, nicht öffentlich.

 

 


In Vorbereitung für die spätere Bauausführung liefern Baugrunduntersuchungen vertiefte Kenntnisse über die Beschaffenheit des Untergrunds im Trassenverlauf, wie zum Beispiel Bodenart, Bodendichte, Wasserdurchlässigkeit und Tragfähigkeit. Es kommen dabei Rammsonden und Kernbohrungen zum Einsatz. Die Untersuchungen finden entlang der gesamten Trasse statt, um ein Gesamtbild der Bodenverhältnisse zu erhalten. Voraussetzung für die Sondierungen des Baugrundes ist die Zustimmung der jeweiligen Eigentümer. Bei der Auswahl der Standorte für die Sondierung und bei der Zeitplanung für die Durchführung der Maßnahmen wurden die Gegebenheiten und Abläufe der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung berücksichtigt. Der eigentlichen Baugrunduntersuchung gehen jeweils routinemäßige Sondierungsmaßnahmen voraus, um die Aufschlusspunkte auf Kampfmittelfreiheit zu untersuchen. 
Der erste Teil der Baugrunduntersuchungen wurde bereits 2021 abgeschlossen.


Die Beregnung während der Bauzeit ist gesichert. Feldbrunnen, sofern sie betroffen sind, werden aufrechterhalten oder es wird im Vorfeld der Baumaßnahme für Ersatz gesorgt. Im Rahmen der weiteren Planungsschritte werden die bereits ermittelten und vermessenen Feldbrunnen im Detail betrachtet und individuelle Lösungen mit den jeweiligen Betreibern und betroffenen Landwirten abgestimmt. Dies geschieht innerhalb der rund dreieinhalbjährigen Bauzeit rechtzeitig im Vorfeld des jeweiligen Bauabschnitts.


Die Breite des Schutzstreifens ist definiert durch eine Norm des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs). Die Breite des Schutzstreifens beträgt 10 Meter. Innerhalb dieses Schutzstreifens dürfen keine Bauwerke errichtet oder tiefwurzelnde Pflanzen gesetzt werden. Eine gewöhnliche landwirtschaftliche Nutzung ist weiterhin ohne Einschränkungen möglich. Das heißt, der Schutzstreifen darf mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren, Feldmieten oder Folientunnel mit Erdankern von einem Meter dürfen errichtet und Tiefenlockerungsarbeiten bis zu ca. einem Meter dürfen durchgeführt werden.


Um ein bodenschonendes Arbeiten während der Baumaßnahme sicherzustellen, ist eine bodenkundliche Baubegleitung durch ein Fachbüro vorgesehen. Bereits in der Planungsphase wurde der Bodenschutz berücksichtigt, sehr empfindliche Böden wurden, wenn möglich gemieden. Beim Aushub des Leitungsgrabens wird der Oberboden getrennt vom Unterboden im Arbeitsstreifen gelagert und nach der Verlegung der Leitung bodenschonend wieder eingebaut. Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen oder zu hoher Bodenfeuchte können die Bauarbeiten unterbrochen werden. Auch die abschließende Rekultivierung von beanspruchten Flächen wird durch die bodenkundliche Baubegleitung betreut, indem zum Beispiel den Bodenverhältnissen angepasste Geräte zur Bodenlockerungen festgelegt werden.
Die Bodengutachter wird während der gesamten Bauzeit im Einsatz sein und die Baumaßnahme fachlich begleiten.


Die Neue Riedleitung wird abschnittsweise verlegt, wandert also von Abschnitt zu Abschnitt. Wir erwarten eine Bauzeit je Abschnitt von zwei bis vier Wochen. Schachtbauwerke und Kreuzungen dauern entsprechend länger. Während dieser Bauzeit finden die Bauarbeiten (Aushub des Bodens, Verlegen und Verschweißen der Leitungsrohre im Graben, Wiedereinbau des Bodens) an Ort und Stelle statt. Erforderliche Baustraßen werden zurückgebaut, sobald sie nicht mehr benötigt werden.
Vor Baubeginn der jeweiligen Abschnitte findet mit den Beteiligten im Regelfall eine Besprechung statt, um sich gegenseitig zu informieren. Weitere Einzelheiten, vor allem der Bauzeitenplan, werden zusammen mit der Baufirma erarbeitet.


 


Alle Grundstückseigentümer wurden schriftlich kontaktiert, um über die Art der geplanten Grundstücksnutzung zu informieren und die Erlaubnis einer temporären oder dauerhaften Nutzung einzuholen. Hierbei arbeitet Hessenwasser mit der Hessischen Landgesellschaft mbH (HLG) zusammen. Die HLG bringt als Expertin für Grund und Boden ihre langjährigen Erfahrungen in der Umsetzung umfangreicher Flächensicherung für Infrastrukturvorhaben ein.

Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach den Auswirkungen auf das jeweilige Einzelgrundstück und dem erforderlichen Grundstücksnutzungsrecht.

Weiterhin werden auch mögliche Ernteausfälle während oder nach der Baumaßnahme berücksichtigt. Dafür wird ein externer Gutachter tätig, der Ernteausfälle oder Aufwuchsschäden ermittelt und bewertet.

Weitere Informationen:
Homepage HLG  
Zusammenarbeit Hessenwasser und HLG 


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